Um sechs Uhr klingelte der Wecker. Schnell aufbrechen, ehe uns die Blutsauger auszutzeln! Alleine während dem Abbauen des Wagens - vier Füße einfahren, geht mittlerweile in weniger als fünf Minuten - hatten sich ganze Scharen an Schnaken im Wagen versammelt. - Wenigstens waren wir nicht im Wagen, sie fanden lediglich noch unseren "Duft", oder wohl vor allem meinen, nach einem sportlichen Tag ohne Dusche. Gestern Nacht lediglich noch eine "Katzendusche" mit einem halben Becher Wasser und etwas Teebaumöl auf einem Waschlappen vorgenommen. Das gute Wasser war nämlich knapp geworden.
Zum Frühstück gab es zwei Bananen mit Bitterschokolade. Für ein Käsebrot hätte es zwar noch gereicht, doch das wollte ich mir für Mittag aufheben und die Bananen waren bereits überreif.
Als ich Phönix seine Schuhe anziehen wollte stellte ich fest das er Schürfwunden und gar zwei leicht eitrige Stellen an den Pfoten hatte! Die Schuhe hatten seine Ballen wohl geschützt, doch auf den Pfoten müssen sie gescheuert haben. - Bescheuert. Sollten sie ihn doch für die lange Strecke entlasten. So blieb mir nichts anderes übrig als den Hund im Wagen zu lassen, was die zahlreichen Steigungen im Alpenvorland nicht angenehmer machte.
Zumindest blieb die Sonne hinter Wolken verborgen. Ja mit der Zeit regnete es. Im Nieselregen zu fahren war wieder sehr angenehm. Als aus Nieselregen Schauer wurde zog ich mir die geniale Regenjacke von Assos an. Trug sich echt sehr angenehm. Zudem meine Regenhose. Die Radschuhe konnten ruhig nass werden. Zur Not hatte ich ja noch meine richtigen Schuhe. Diese brauchte ich gelegentlich für stärkere Steigungen beim Schieben. Die Radschuhe hatten keinen "Grip".
Gegen Mittag kam ich an eine Säule mit lateinischer Inschrift. - Wir waren wohl schon auf den Spuren der alten Römer. Ab Schongau wollten wir ja auf einer alten Römerstraße bis nach Italien gelangen.
Mittagspause dann vor einem Bahnübergang. Nicht weil es dort besonders schön war, es gab nicht einmal Schatten - die Sonne kam mittlerweile immer häufiger zwischen den Wolken hervor und wenn dann schien sie heftig - wir ließen uns dort nieder, da wir beide hungrig und durstig waren und Kräfte sammeln mussten für den Aufstieg hinter dem Bahnübergang.
In Peißenberg war das erste Haus eine Tierarztpraxis. So nahmen wir die Gelegenheit wahr und statteten Dr.med.vet. Evelin C. Lindner einen Kurzbesuch ab. Tierärztin als auch Tierarzthelferin waren beide sehr freundlich und hilfsbereit. Frau Lindner meinte die Schuhe würden nicht perfekt sitzen, die nächste Zeit also ohne Schuhe. Sie gab uns noch eine Wundsalbe und Verbandzeug mit und ein Schutzhalsband gegen Ungeziefer. "Als Spende für eure mildtätigen Aktionen." - Ich verabschiedete mich herzlich mit einer Einladung nach Sizilien. Vorab mussten wir allerdings zumindest sanitäre Anlagen installieren.
Am Ende von Peißenberg steht das Eis Café Dolomiti. Dessen Inhaber Domenico Spadoni fand den Wagen so verrückt "Pazzo!", das wir ins Gespräch kamen. Unsere Aktionen fand er unterstützenswert und so durfte ich mir zur Stärkung ein großes Eis einverleiben und Phönix drei Waffeln. - Das war auch nötig, ging es doch anschließend nach Hohenpeißenberg, was seinen Namen zu recht trägt. Gut Zweihundert Höhenmeter liegen zwischen den beiden "Peißenbergen". Gute drei Stunden schob ich, der Schweiß lief nur so an mir herunter. Dafür rollten wir anschließend in einer halben Stunde nach Schongau.
In Schongau konnte ich bei Verwandten von Ana unterkommen - und vor allem duschen. Was für eine Wohltat!






