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Tag 7

Erst kurz nach Neun aufgestanden. Irgendwie den Wecker überhört. Vielleicht unterbewusst als Froschquaken eingestuft. :-)

Zum Frühstück einen Apfel und drei Fruchtriegel. Ein wenig vom kostbaren Wasser, nur noch einen Liter im Gepäck und noch 15 Kilometer bis nach Füssen. Die Sonne brennt bereits erbarmungslos. Zumindest der Wagen steht noch im Schatten. Auch daher erst spät aufgewacht, in der Sonne hält man es ab sieben Uhr nicht mehr aus.

Katzwäsche mit ein paar Tropfen Wasser, Wagenständer eingefahren, Hänger angehängt und auf gehts. Gleich am Anfang eine üble Steigung. Die Aussicht belohnt einen dafür. Ein paar nette Radfahrer getroffen, bis wir zur alten Römerstraße kamen. Am See entlang bis zum "Sonnenhof am See" dort gabs eine Spende für meinen Magen: Teufelsgeschnetzeltes und ein Radler. Für Phönix drei Schüsseln Wasser und Hundefutter aus eigenem, fahrbaren, "Hause".

Beim Essen gut mit den anwesenden Senioren unterhalten. Über die Fahrt, Sizilien, die heutige und die damalige Jugend. Was man alles früher für Abenteuer erleben konnte und was heute alles verboten ist. "Da braucht man sich nicht wundern wenn die Jugend mehr und mehr vor der Glotze hockt oder Komasaufen als Gaudi sieht." meine ich und erhalte große Zustimmung. "Bei uns können sie noch richtige Abenteuer erleben. Positive Abenteuer. In der Natur.

Die Aussicht vom Sonnenhof, der heute seinem Namen alle Ehre macht, ist fantastisch. Man sieht auf den See und die Berge. Einen Campingplatz hat der Sonnenhof auch, doch wir ziehen weiter. Heute Nachmittag, wenn die Sonne nicht mehr gar so brennt.

- Noch sieben Kilometer nach Füssen. Einhundertdreiundsechzig liegen bereits hinter uns. Wie viele noch vor uns liegen möchte ich garnicht genau wissen. Hauptsache es geht voran.

Hinter dem Sonnenhof ging es gut bergab bis zum See ab da allerdings wieder bergauf und das auch noch auf Kies. So steil das ich auf dem Rad nicht weiterkam, war noch dazu der Hund im Wohnwagen. Auf der Steigung absteigen und zugleich die Bremsen gedrückt lassen ging noch. Mit meinen Radelschuhen kam ich jedoch auf dem Kiesweg nicht voran, im Gegenteil ich rutschte langsam abwärts. "Phönix geh raus!" rief ich. Auf dieses Kommando hörte der Hund gern. Nicht das er sonst schlecht hört, doch manche Kommandos befolgt er nicht ganz so gerne. Zu unserem Unglück verhedderte sich Phönix in einem Gummiseil welches unsere bedruckte Plane am Wagen fixierte. Und ich hatte alle Hände voll zu tun. Im wahrsten Sinne - bremsen und den Wagen am Hang halten. Zum Glück kamen von hinten Spaziergänger. Sie hielten den Wagen, ich befreite den Hund und zog mir richtige Schuhe an. Dann ging es weiter bis nach Füssen.

Eine schöne Stadt, mit einem guten Italiener am Ende, kurz vor der Brücke die nach Österreich führt. Die Cheffin dort lud mich auf eine Pizza Margeritha und ein Radler ein. Eine Bedienung hatte sizilianische Eltern. Auch sonst rein italienisches Personal, selten heutzutage im "Italiener". Dementsprechend stimmig die Stimmung und buonissimo die Pizza.

Gestärkt über die Brücke, den Berg hoch am Lechfall (Wasserfall) vorbei und runter nach Österreich. Dort noch ein Stückchen Richtung Berge - was für eine Aussicht! - Leider auch wieder Steigung, doch das war ja in den Alpen nicht anders zu erwarten. Weit fuhr ich auch nicht mehr. Wollte früh ins Bett um am nächsten Morgen noch früher aufzustehen. Mehrere hundert Höhenmeter standen direkt vor uns.

Ehe ich einen geeigneten Schlafplatz am Waldrand fand hatte ich noch eine kurze Unterhaltung mit ein paar Tirolern im Garten einer kleinen Wirtschaft wo wir Wasser auftankten. Phönix direkt, ich in Flaschen. Die Atmosphäre war gleich ganz anders als "drüben". Ruhiger. Tiroler strahlen eine ansteckende Gelassenheit aus. Sogar einer der mit seinem Wagen anhielt und sich beschwerte wieso ich hier halbwegs auf der Straße parkte war recht zugänglich und ließ sich eingehen das man mit schwerem Anhänger nicht immer gleich einen Parkplatz aufsuchen kann wenn man kurz am Waldrand Toilettenpause macht. "So, jetzt haben wir beide Recht." meint er freundlich lächelnd, steckt sich eine Zigarette an, wünscht mir noch eine gute Fahrt und fährt weiter.

Kurz darauf hole ich ihn ein. Er hält in einer Abzweigung, bei ihm ist noch ein Kollege mit eigenem Wagen. Sie schauen schmunzelnd zu mir herüber. "Schneller, Schneller!" ruft der Tiroler von vorhin. "Ja klar, wir sehen uns dann auf Sizilien." antworte ich schnaufend. "Ja! ...Oder Reture!" ruft er mir noch hinterher. "Es gibt kein Reture!" rufe ich - und denke: "So etwas wahnsinniges macht man nur einmal im Leben."

Dann kommt eine kleine Abzweigung nach links, ein Kiesweg der in den Wald führt. Ich biege ein, stelle unser Fahrzeug ab, mache es und mich Bettfertig und falle nach Zähneputzen und Katzenwäsche sogleich in tiefen Schlaf.

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